Wenn ich einem Klienten lese: „Du bist im Moment gar nicht bereit, glücklich zu sein“, dann ernte ich oft schiefe Blicke für diese Information. Erst bei genauerer Betrachtung kann der Klient mitgehen und bejahen, dass Glücklichsein uns auch überfordern kann.

 

Stell dir vor, von jetzt auf gleich wäre alles in deinem Leben super: toller Job, liebevoller Partner, fantastische Kinder, rundum glücklich. Was würdest du tun? Glaub mir, du würdest nicht freudvoll durchs Leben springen. Vielmehr würdest du den Haken suchen. Du würdest nicht glauben, dass dein Leben plötzlich so fantastisch sein kann. Und das schlichtweg aus einem der drei Gründe:

 

 

 

Bereitschaft zum Glücklichsein – Saboteur Nummer 1: fehlende Gewohnheit

 

Deine Bereitschaft zum Glücklichsein wird von fehlender Gewohnheit sabotiert. Fehlende Gewohnheit heißt, dass dein bisheriges Leben von vielen unglücklichen Momenten durchzogen ist. Bedauerlicherweise hat unser anerzogenes Gehirn die Tendenz, sich Negatives stärker einzuprägen als Positives. (Kannst du dich erinnern, wie viele Einsen du in der Schule hattest oder hast du den einen Fleck auf die Lateinschularbeit besser im Gedächtnis?) Worauf legen wir üblicherweise mehr Fokus? Auf das, was uns Schönes widerfahren kann oder auf mögliche Hürden am Weg? In der Erwartung, dass etwas Schlechtes passiert, erinnern wir uns daran auch öfter.

 

Umgekehrt bedeutet das aber, dass du eine neue Gewohnheit etablieren kannst. Führe zum Beispiel die Freitags-Nachmittags-Limonade oder den Freitags-Nachmittags-Sekt ein. Jeder in deiner Familie oder in deinem Freundeskreis bekommt sein Glücklichsein-Getränk serviert und teilt den anderen in der Runde seine persönlichen Freude-Momente, seine Glückserlebnisse und seine kleinen Erfolge der letzten Woche mit. Und ja, wenn du als Mama dein Kind tatsächlich mal um sieben Uhr ins Bett bekommen hast und es nicht wieder aufgestanden ist, dann ist das dein absolutes Highlight der Woche!

 

Erkenne, dass Glücklichsein – ebenso wie Unglücklichsein – eine Gewohnheit ist. Und mache es dir zur Gewohnheit, öfter an die schönen denn an die schlimmen Dinge in deinem Leben zu denken. So kannst du auch das Gute erwarten (oder zumindest das Neutrale zulassen und offen in neue Situationen gehen).

 

 

 

Bereitschaft zum Glücklichsein – Saboteur Nummer 2: fehlende Erlaubnis

 

Deine Bereitschaft zum Glücklichsein wird von fehlender Erlaubnis sabotiert. Das heißt, dass du es dir innerlich verbietest, glücklich zu sein. In der Tat kommt das öfter vor, als wir denken. Vielleicht kannst auch du den folgenden Satz unterschreiben: „Ich darf erst dann glücklich sein, wenn es allen um mich herum gut geht.“ Du bist eher bereit, dich für andere aufzuopfern, als dir selbst einen Moment der Unbeschwertheit und des Glücklichseins zu erlauben.

 

Tatsache ist: Niemandem ist geholfen, wenn es dir schlecht geht. Vom Sprichwort „Geteiltes Leid ist halbes Leid“, halte ich persönlich wenig. Das bedeutet nicht, dass du nicht emphatisch und mitfühlend sein darfst. Vielmehr heißt es: „Wenn es dir schlecht geht, dann darf es mir trotzdem gut gehen.“ Du wirst das Unglück und Leid des anderen nicht lösen, indem du mit weinst. Im Gegenteil: Geht es dir gut, dann bist du stark. Bist du stark, dann kann sich dein Gegenüber an dir anlehnen. Als glücklicher Mensch kannst du Vorbild für andere sein. Dann kann jemand, dem es gerade nicht so gut geht, zu dir kommen und dich fragen: „Wie machst du das? Ich will das auch.“

 

Je öfter du dir selbst die Erlaubnis gibst, glücklich zu sein, umso öfter bist du glücklich. Selbst wenn gerade nicht alles in deinem Leben rund läuft, gibt es sicher einen guten und glücklichmachenden Grund, die Freitags-Nachmittags-Limonade bzw. den Freitags-Nachmittags-Sekt zu genießen. Je öfter du glücklich bist, umso öfter ist dein Glücklichsein für andere ansteckend. Also mach‘ die Welt ein bisschen glücklicher, indem du glücklich bist.

 

 

 

Bereitschaft zum Glücklichsein – Saboteur Nummer 3: fehlende Handlung

 

Deine Bereitschaft zum Glücklichsein wird von fehlender Handlung sabotiert. Fehlende Bereitschaft zum Tun ist meines Erachtens der größte und mächtigste Saboteur, wenn es um unser Glücklichsein geht. Wir alle stecken manchmal in Situationen fest, wo wir sagen: „Tja, ich könnte ja glücklich sein. Es müsste sich nur mein Partner / mein Chef / mein Mitarbeiter etwas anders verhalten.“ In dem Moment geben wir die komplette Verantwortung ab. Wir machen unser Glücklichsein von Umständen, die wir nicht direkt beeinflussen können, abhängig. Tatsächlich ist es meist so, dass wir dies aus entweder Unwissenheit oder aus Angst heraus tun. Unwissenheit deswegen, weil wir nicht wissen, wie wir uns verhalten sollen und welchen Handlungsschritt wir setzen können. (Lies dazu gerne den Artikel „Wie du endlich anfängt, deinen Traum zu verwirklichen – obwohl du große Angst hast„). Angst, weil dann unser Leben tatsächlich glücklich werden könnte und wir nichts mehr zu jammern haben. Klingt komisch, ist aber so. Das, was wir uns sehnlich wünschen, macht uns zugleich die größte Angst.

 

Glücklichsein macht uns zu Außenseitern. So unsere Überzeugung. Und du hast Recht. Womöglich wirst du als Exot angesehen. Womöglich werden Menschen zu dir kommen und dich provozierend hinterfragen, weil sie es nicht wahrhaben wollen, dass es dir tatsächlich gut geht. Womöglich werden sie hinter deinem Rücken über dich reden. Und das alles nur, weil du sichtbare Handlungen setzt und sie sich nicht die Erlaubnis dafür geben. – Womöglich (und Achtung, das ist eine gewagte Theorie für Mutige ;)) wirst du andere aber auch inspirieren und ihre Bereitschaft zum Glücklichsein ein bisschen größer machen.

 

Es ist mir so wichtig, dass wir Menschen uns frei genug fühlen, um unser Glücklichsein als echte Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass ich dich hier im Video sogar noch persönlich inspirieren möchte, aktiv und bewusst etwas für dein persönliches Glücklichsein zu tun.

 

 

Bereitschaft zum Glücklichsein: Willst du nur oder bist du tatsächlich bereit?

Handlungen setzen, das ist der Schlüssel zum Glücklichsein.

  • „Willst“ du nur glücklich sein oder bist du tatsächlich bereit, deinem Glücklichsein eine wichtige Priorität in deinem Leben einzuräumen?
  • „Willst“ du nur glücklich sein oder bist du tatsächlich bereit, deinem Wunsch nach Glück auch eine Handlung folgen zu lassen?
  • „Willst“ du nur oder tust du tatsächlich?

 

Wenn dein Wollen mehr als nur ein bloßes Lippenbekenntnis ist, dann freue ich mich über deine Kommentare, deine Buchung eines Reading Termins oder deine Anmeldung zum Seminar „Ankommen bei dir selbst!„, wo es tatsächlich darum geht, dass du den Schlüssel zu deinem persönlichen Glücklichsein findest.

Ich freue mich auf dich!

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